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Norwegen 2005

Fjordland 2005 (ATIC #19)

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Wieder mal ATIC-Treffen, in Norwegen. Nicht, das wir erst letztes Jahr in Norwegen waren, nein, das Basiscamp war nur 5 km von einem Ort entfernt, wo wir letztes Jahr auch schon waren. Ausserdem zieht sich die Anreise in Norwegen immer wie rosa Schluepfergummi. Egal, die Jungs und Maedels wollten wir gerne wiedersehen.

Maenner ab einem gewissen Alter brauchen Herausforderungen, die Faehre von Sassnitz nach Trelleborg war fuer Freitag frueh 8 Uhr gebucht. Also machen wir das naheliegende: Nick und ich starteten Freitag frueh 2 Uhr von Cottbus aus, klar doch. 6:30 wollten wir lecker bei MCD in Bergen fruehstuecken, das ging aber nicht, die machen erst 7 Uhr auf, super. Also gleich zur Faehre und dort ueber die guten Sandwiches und den schlechten Kaffee hergefallen. 12 Uhr erreichten wir planmaessig bei Kaiserwetter Trelleborg und haben uns sogleich mit Bruder Mark und Frank telefonisch verabredet. Nach einer Stunde Autobahnfahrt trafen wir uns und stuerzten in unser/mein Verderben. Einen Berg runter ploetzlich das typische Stottern, wenn die Maschine auf Reserve geht. Also anhalten, umschalten und orgeln. Leider vergeblich, die Maschine will nicht starten. So habe ich mit Mark erstmal die Maschine von der Autobahn auf eine Abfahrt mit breitem Pannenstreifen geschoben und mit der Diagnose angefangen. Ergebnis nach 2 Stunden inkl. Mithilfe von Nick und Frank und einer Komplettzerlegung: eigentlich muesste es gehen ... der entscheidene Hinweis kam von Frank, leidgepruefter Adventure-Fahrer: "einfach mal volltanken und dann mit Starthilfe". Also ersteinmal mussten wir die Karre zur naechsten Tanke bekommen, Kollege Garmin fand heraus, das im 3 km entfernten Nest eine Tanke waere. Also nix wie hin, Gepaeck verteilt und an der Fussraste angeschoben. Und tatsaechlich, nach dem Volltanken und Starthilfe ist die AT sofort angesprungen. Mmhh. Wieder rauf auf die Bahn und mit wahnsinnigen 120 km/h die verlorene Zeit wieder aufgeholt. Kurz hinter Goeteborg sind wir dann nach etwa 825 km Tagesetappe ans Meer (Marstrand) rangefahren und haben einen netten Campingplatz gefunden.

Am folgenden Tag stand noch immer eine Transferetappe an, stundenlanges Geschwuchtel auf der E6 bis nach Moss. Vorher wurden Nick und Mark noch von der hiesigen Rennleitung rausgeholt, es war aber nur eine allgemeine Verkehrskontrolle, nix ernstes. Mit der Faehre sind wir dann rueber nach Horten und haben uns dann auf die kleinen Landstrassen verdrueckt. Die 35 sind wir dann bis Honefoss gefahren und sind dort auf die 7 Richtung Gol abgebogen. Endlich wenig Verkehr, Landschaft und Kurven. Abends haben wir dann nach 483 km und einem Schnitt von 83,2 km/h Gol erreicht und einen schoenen Campingplatz kurz vor dem Ort gefunden. Da wir zu viert unterwegs waren, hat sich eine Hytte immer gerechnet, das ist guenstiger als 4 Zelte und die Moppeds. Abends gab es dann fein Futter und fast eine ganze Flasche Whiskey.

Nun endlich soll es ist in die Berge gehen, wir sind in Gol direkt auf die 51 Richtung Fagernes abgebogen und genoosen dort oben die Stille und die Kurven. Der 51 sind wir weiter gefolgt bis Randen/Vagamo und haben uns dort nach dem Auftanken die kleine weisse Strasse Richtung Norden gesucht. Diese Strasse entpuppte sich recht schnell als Schotterpass, den wir mit Genuss unter die Raeder nahmen, auch mit einem Enduro 4 kann man zuegig unterwegs sein. Von Lesja aus ging es dann Richtung Dombas und dort auf die E6. Das war erstaunlicherweise recht stressfrei und dieses Stueck ueber das Hochland ist sogar etwas spannend. In Oppdal haben wir die Nordkaprennstrecke wieder verlassen und sind wieder kleine Nebenstrecken in noerdliche Richtung gefahren und haben irgendwann mal die 700 gefunden und sind der bis Orkanger gefolgt, um dort dann auf der 710 in Richtung Valset weiterzufahren. Leider wurde das Wetter immer schlechter und zu unserem Unglueck fanden wir auf der Halbinsel keinen Campingplatz. So haben wir noch die Faehre nach Brekstad genommen und einen Campingplatz mit Hytte in Austratt gefunden. Mittlerweile hat es sich eingeregnet, aber in der Hytte war es ja trocken. Am Abend feierten wir eine wenig meinen Geburtstag, mit gutem Essen und einigem an Alkohol.

Nun stand der Transfer nach Vibstad auf der Tagesordnung, das Wetter versprach Regen und Wind. Dennoch waehlten wir nicht den kurzen Weg sondern eine schoene kleine Landstrasse an der Kueste (715) entlang. So gesehen war das eine sehr, sehr schoene Strecke, aber bei dem Wind und Regen um die 9C machte das keinen rechten Spass, zumal wir klamottentechnisch eher auf Sommer als auf Winter eingestellt waren. Die groebsten Regenschauer haben wir dann an der Tanke abgewartet, bei lecker Poelser und Kaffee. Gegen 14 Uhr haben wir dann Vibstad voellig durchnaesst erreicht und waren heilfroh, das wir noch von Zelt auf Zimmer "umbuchen" konnten. Abends dann gab es die grosse ATIC-Party und je spaeter der Abend desto netter die Gaeste, gegen 22 Uhr hat uns dann auch Sami aus Finnland erreicht.

Der kommende Tag versprach Dauerregen und so war es auch garnicht schlimm, das viele erst ziemlich spaet zu den Lebenden stiessen. Dennoch haben wir das beste aus dem Tag gemacht, flugs in die Regenklamotten und ab mit dem Bus zur Bjora, angeln. Allerdings hielt sich das Fangglueck in Grenzen, kein Wunder, wenn 3 Spezialisten derart konzentriert die Ruder auf das Wasser platschen liessen, das auch wirklich der letzte taube Fisch mitbekommen hat, das hier was im Busche ist. Dennoch haben zumindest Guido und Udo 2 Forellen und einen flatfish rausgeholt. Gegen Abend wurde das Wetter wieder besser, was uns allerdings nicht abhielt, auf der Veranda wieder Budenzauber zu veranstalten.

So, die Wolken waren am naechsten Tag verschwunden, also rauf auf die Maschinen und grueppchenweise los in die hiesige Umgebung. Nick, Frank, Mark und ich sind wieder gemeinsam los und wollten eine kleine Runde drehen. Zuerst sind wir Richtung Grong auf die E6 gefahren und wollten das Lachsmuseum und die groesste Lachstreppe Norwegens bestaunen. Danach sind wir wieder runter von der E6 auf die 775 und haben uns mit den Schafen um die Strasse gestritten. Ueber kleine, beschauliche, aber sehr kurvige Nebenstrassen ging es dann weiter auf der 770 bis Rorvik. Hier kehrten wir wieder um und folgten der 769. Bei Hofles mussten wir ca. 30 Minuten auf die Faehre warten und als wir einstiegen, standen schon ein Rudel ATs darin rum, die Anderen, die eine etwas andere Route genommen hatten. Abends erreichten wir dann wieder Namsos und dann das Camp. Der Abend verlief wie immer, Budenzauber auf der Veranda ;)

Heute hiess es schon wieder Abschied nehmen. Mark, Nick, Frank und ich wollten wieder Richtung Oslo und das wie immer ohne E6. So sind wir Richtung Trondheim auf der 17/720 gefaren nicht ohne die Schweizer mit ihrem Opel herzubrennen, die etwas frueher als wir gestartet waren. Mit der Faehre ging es dann ueber den Trondheimfjord nach Flakk. Das Stueck E6 bis Orkanger mussten wir mitnehmen, das ging nicht anders. Aber schnell ging es wieder weg auf die 65 bis Sunndalsora. Danach folgten wir der 62 und dann der 660 bis kurz vor Andalsnes, in Isfjorden suchten wir uns dann abends einen kleinen Campingplatz.

Quasi zum Fruehstueck gab es dann gleich einen Leckerbissen: die Trollstige. Es war zwar wie immer viel Verkehr und sogar grosse Reisebussen fuhren da hoch, aber trotzdem hat es wieder mal Spass gemacht. Ueber das Hochland ging es weiter bis Geiranger. Diesmal war aber leider nur ein kleines Kreuzfahrtschiff zu sehen. Egal, schnell den Ort durchquert und die wunderschoene Kurvenstrecke hoch zum Pass gepeitscht. Diesmal wollten wir dann doch hoch zum Dalsnibba, weil das Wetter sehr gut war und wir so eine schoene Fernsicht hatten. Nachdem wir die Schotterstrecke wieder runter sind, haben wir eine alternative Route auf Vorschlag von Udo genommen, am Ende der Bergabfahrt sind wir nicht weiter der 15 Richtung Grotli gefolgt, sondern nach rechts in den Tunnel abgebogen. Danach ging es wieder auf der 258 Richtung Grotli zurueck - eine wunderschoene kleine, enge und kurvige Strasse mit Schottereinlagen. Leider war bis zum Sommerskigebiet recht viel Verkehr, sogar Reisebusse quaelten sich da hoch und hatten jede Menge zu rangieren an den Kehren. Nach dem Skigebiet wurde es aber deutlich ruhiger und so konnten wir wieder die Fahrt geniessen. Auf der 15 ging es dann spaeter in Lom ab auf die 55, der wir bis Fortun gefolgt sind. Hier wollten wir pruefen, ob eine Verbindungsstrasse nach Ardal passierbar ist. Obwohl es hier empfindlich kalt und verschneit war, war die kleine mautpflichtige Strasse geoeffnet und wir genossen die Ruhe und spaeter auch den Regen ;) Die Abfahrt nach Ardal war recht interessant, weil die Strasse mehr oder weniger nur aus einer Spur bestand und man doch ab und an Gegenverkehr hatte. Unten im Dorf konnten wir endlich tanken, bei Frank ist es zum Schluss schon _sehr_ knapp geworden. Dann ging es den Berg wieder rauf in Richtung E16, nachdem wir diese Strasse erreciht hatten, bogen wir ab in Richtung Kaupanger und bogen in Borlo auf die 52 ab in Richtung Gol, wo wir wieder uebernachten wollten. Die restliche Strecke bis Gol war nicht sonderlich spannend bis auf ein kleines Abenteuer: Mark hat seine Helmbelueftung verloren und so schoss die kalte Luft ungestoert auf seinen Kopf und wir mussten erst einmal mit Tape das Loch verschliessen, damit dem armen Kerl der Schaedel nicht voellig auskuehlt ;) Abends in Gol nahmen wir wieder eine Hytte; nicht die gleiche wie auf der Herfahrt und beratschlagten die Route fuer den naechsten Tag.

Diesmal sind wir mal wieder recht frueh aufgestanden und begaben uns auf den Weg Richtung Oslo. Die 52 verliessen wir Bromma und nahmen eine vielversprechend kleine Nebenstrecke, was sich als Gluecksgriff herausstellte. Kein Verkehr und viele Kurven, das ist der Stoff, aus dem Motorradfahrertraeume gemacht sind. In Eggedal stiessen wir auf die 287, der wir bis Amot folgten. Hier ging es dann nach einem Poelser an der Tanke weiter auf der 35 Richtung Drammen und dann Horten, wo wir wieder den Oslosund mit der Faehre ueberquerten. Da es noch recht frueh am Tag war, beschlossen wir, moeglichst weit zu kommen. Mark und Frank wollten in Goeteborg auf die Faehre nach Daenemark, Nick und ich wollten moeglichst weit suedlich, um dann am Folgetag die Fruehfaehre zu bekommen. Aber es kam wieder alles anders, dadurch, das wir auf der E6 gut Strecke gefressen hatten, konnten wir es noch zur 22 Uhr Faehre in Trelleborg schaffen. Das ging auch recht gut und so schifften wir abends noch ein. Nach einem gutem Essen ging es dann fuer ein paar Stunden in die Falle und frueh morgens um 2 Uhr erreichten wir Sassnitz.

Die Rallye von der Fahere nach Stralsund haben wir glasklar gewonnen und dann ging es weiter immer auf der B96 Richtung Berlin/Cottbus. Die Heimat erreichten wir dann frueh um 7 Uhr und der Tag konnte mit einem ausgedehneten Fruehstueck mit anschliessendem Tiefschlag begonnen werden ;)

Das Fazit zur Tour: Norwegen ist immer wieder eine Reise wert, allerdings wird es die naechsten Jahre ganz sicher erst einmal woanders hingehen. Und teuer ist es immer noch, das Fjordland ...